Autorenseiten für Google

Wie genau eine Autorenseite aussehen muss, damit sie Google gut gefällt, dafür gibt es noch keine Vorgaben. Jetzt heißt es ausprobieren und schauen, wie Besucher reagieren.

Die größte Suchmaschine der Welt möchte mehr wissen. Und zwar über die Menschen hinter den Beiträgen. Google hat in letzter Zeit wiederholt deutlich gemacht, dass es für eine Website sinnvoll ist, klar zu kennzeichnen, wer für die darauf veröffentlichten Inhalte verantwortlich ist. Das Ziel hinter diesen Maßnahmen: Den immer häufiger auftretenden Problemen mit Fake News oder Verschwörungstheorien etwas entgegensetzen zu können.

Wozu ist die Autorenseite gut?

Google will wissen, wer schreibt, welche Erfahrungen der Autor hat, welche Veröffentlichungen es bisher von ihm gab usw. Um diese Informationen zusammenzufassen, eignet sich eine Autorenseite für eine übersichtliche Darstellung am besten. Durch einen stärkeren Fokus auf den Autor werden zusätzliche Anreize für eine saubere Recherche, gute Inhalte und nachvollziehbare Quellenangaben geschaffen. Und sie belohnen den erhöhten Aufwand, der hinter den Artikeln steckt.

EAT – Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness

Technische Grundlage für den Fokus auf den Autor sind die EAT-Kriterien, die Google bereits 2014 in den Quality Rater Guidelines vorgestellt hat. Wird ein Artikel veröffentlicht, zieht die Suchmaschine neben den sonstigen SEO-Kriterien auch die EAT-Faktoren zur Bewertung heran.

  • Expertise: Die Expertise ermittelt die Erfahrung, die ein Autor in seinem Fachgebiet hat. Ein Anwalt, der über ein Präzedenzurteil berichtet, würde hier einen höheren Wert erhalten als ein Journalist, der über denselben Fall berichtet.
  • Authoritativeness: Die Autorität gibt an, welchen Einfluss der Autor in der Branche hat. Gemessen wird diese meist über die Links auf den Artikel oder das Autorenprofil. Desto hochwertiger diese sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Texter großes Gewicht in seiner Branche hat und entsprechend relevanter sind auch die von ihm erstellten Inhalte.
  • Trustworthiness: Wie viel Vertrauenswürdigkeit strahlt der Webauftritt als Ganzes aus? Dabei geht es zum einen um Verschlüsselungen und die Sicherheit einer jeden Seite, aber auch um die Art der Backlinks, Datenschutzrichtlinien, Ansprechpartner, Kundendienst etc.

Über diese drei Metriken versucht Google, den Wert eines Artikels besser zu bestimmen. Die Annahme dahinter ist, dass renommierte Autoren, die sich einen gewissen Ruf in der Branche erwerben konnten und sich als kompetent profiliert haben, auch bessere bzw. relevantere Inhalte liefern.

Muss ich mich darum sofort kümmern?

Google stellt diese Qualitätsansprüche insbesondere an Seiten, die Geld, Gesundheit oder Rechtliches im Fokus haben, sogenannte Your Money – Your Life-Seiten, kurz YMYL. Wenn Sie in diesem Bereich unterwegs sind und entsprechende Inhalte verfassen, dann ist es in jedem Fall sinnvoll, sich mit dem Thema Autorenseite und der Verlinkung der Inhalte auseinanderzusetzen.

Autorenseiten steigern das Vertrauen in die Inhalte. Sie stellen damit einen wichtigen Faktor der User Experience dar, die gerade mit den Core-Web-Vitals stärker in den Fokus gerückt sind. Dennoch handelt es sich nur um einen Baustein von vielen. Für eine Website, die sich als Experte in einem Gebiet platzieren möchte, die Kompetenz ausstrahlt und als relevant wahrgenommen werden will, ist eine Autorenseite eine sinnvolle Überlegung. Für Shops, Firmenportraits oder Unterhaltungsangebote sind sie nicht relevant.

Welche Auswirkungen hat eine Autorenseite auf mein Ranking?

Welche Auswirkungen eine entsprechende Seite auf das Ranking hat, ist unklar. Google äußert sich nicht dazu. Nach vorliegenden Erkenntnissen scheint die Reputation des Autors bislang keine Auswirkungen auf das Ranking zu haben. Dass es auch in Zukunft dabei bleibt, darf zumindest bezweifelt werden.

Wie baue ich meine eigene Autorenseite?

Für die genaue Ausgestaltung einer Autorenseite gibt es keine Vorgaben. Webmaster sind frei in ihrer Entscheidung, wie sie die Informationen am besten präsentieren. John Mueller, Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, empfiehlt, verschiedene Varianten zu testen und den Besuchern anzubieten.

Wer es sich leicht machen will, für den reicht ein kleiner Kasten, wie er auch hier im Blog zu finden ist. Noch besser ist eine eigene Autorenseite, wo alle Informationen zusammenlaufen. Foto, Lebenslauf, Preise, Auszeichnungen und Abschlüsse sowie Links zu allen bisherigen Veröffentlichungen werden übersichtlich dargestellt. So erstellen Sie nicht nur ein umfassendes Portrait von sich, sondern stärken nebenbei auch noch die internen und externen Verlinkungen.

Autorenseiten: gute Idee aber (noch) nicht relevant

Autorenseiten sind momentan ein heißes Thema in der SEO-Welt. Die Core-Web-Vitals und einige Aussagen von Google selbst befeuern die Diskussion zusätzlich. Dennoch muss sich noch niemand Sorgen machen, dass er in den nächsten Wochen mit empfindlichen Verlusten in den SERPs rechnen muss, wenn er keine entsprechenden Informationen hinterlegt hat.

Wenn Ihre Website jedoch in den YMYL-Bereich fällt, empfiehlt es sich, zumindest mit der Planung einer solchen Seite zu beginnen. Und auch in allen anderen Bereichen kann ein gut gemachtes Autorenprofil von Nutzen sein, weil es interessierten Besuchern erste Eindrücke darüber verschafft, wer da schreibt. Und eine bessere User-Experience ist immer eine gute Idee.