Sieben Trends, die das Grafik-Design in Zukunft beeinflussen

Wir verraten Ihnen, welche Trends eine Website in Zukunft beeinflussen wird. In welche Richtung geht die Design-Reise und was ist dabei für die eigene Website zu beachten.

Wir alle sind gespannt auf die Zukunft. Pünktlich zum Jahresbeginn tauchen die ersten Reports darüber auf, wohin die Reise in Sachen Mode geht, welche politischen Entwicklungen uns bevorstehen oder was die Wirtschaft in den kommenden Monaten macht. Heute werfen wir einen Blick in die Zukunft und zeigen, welchen Weg das Design im Web einschlägt.

Das Jahr ist ja schon fast ein halbes Jahr alt, so lassen sich die ersten Entwicklungen relativ gut beobachten. Neue Projekte setzen auf mehr Farb-Varianz, eigene Kreationen und vor allem auf Tempo. Denn Googles Core Web Vitals werfen lange Schatten, denen sich auch der ambitionierteste Webdesigner nicht entziehen kann. Wir haben uns sieben Trends herausgepickt, von denen wir glauben, dass sie über das Jahr 2021 hinaus Einfluss aufs Webdesign haben und stellen sie hier genauer vor.

Speed ist das neue Schwarz

Der wichtigste Trend hat eigentlich nichts mit Webdesign an sich zu tun, hat jedoch massive Auswirkungen auf die Seitengestaltung. Es geht um das Tempo. Denn die Core Web Vitals von Google werden in wenigen Wochen ausgerollt. Sie legen den Fokus ganz klar auf die Geschwindigkeit einer Seite, was die Möglichkeiten, mit spektakulären Effekten zu begeistern, massiv einschränkt.

Wie genau sich das schlussendlich auf das Design auswirkt, ist noch nicht abzusehen. Eine begründete Annahme ist jedoch, dass Minimalismus und Reduktion an vielen Stellen eher angebracht sind, als aufwendige Animationen. Zudem fordert es die Kreativität von Webdesigner, mit eingeschränkten Mitteln neue Wege zu gehen. Wir zumindest freuen uns jetzt schon auf innovative Ideen und spannende Lösungen.

Weichere Farbpaletten und augenschonenderes Design

Der Dark-Mode ist im Moment total angesagt. Auf Portalen wie TikTok, Reddit oder 9Gag, aber auch in den sozialen Netzwerken und in jedem gängigen Betriebssystem gehören sie mittlerweile zum Standard. Dunkle Bildschirme sind für unsere Augen bei längerer Betrachtung weit angenehmer, als weiße Flächen. Und je mehr Zeit wir vor den Bildschirmen verbringen, desto wichtiger wird diese Eigenschaft. Deshalb setzen Websites und Apps, besonders die mit viel Content, immer mehr auf sanftere Farben und vermeiden zu viel Grelles und Strahlendes.

Parallax-Effekt und eigene Bildsprache

Die unterschiedlich schnelle Verschiebung von Vorder- und Hintergrund geistert schon seit ein paar Jahren durchs Netz. Und dieser Parallax-Effekt wird zunehmend beliebter. Immer mehr Content-Management-Systeme beziehungsweise deren Templates ermöglichen eine problemlose Integration. Der Trend wird aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahren noch Bestand haben. Schließlich sieht der Effekt klasse aus, ist einfach umzusetzen und trotzdem ressourcenschonend.

Fotos an sich werden auf vielen neuen Seiten lange nicht mehr so prominent Verwendung finden, wie in der Vergangenheit. Immer mehr Webdesigner arbeiten mit abstrakten Formen und Ikons, mischen geometrische Muster und Farben, um so neue und vor allem einzigartige visuelle Eindrücke zu kreieren.

Mehr Interaktion und Ansprache

Direkte Kommunikation bindet. Denn wer angesprochen wird, muss sich irgendwie mit seinem Gegenüber auseinandersetzen. Pop-Ups, Banner und Ähnliches lassen sich einfach ignorieren und wegklicken. Das klappt bei aktiver Kommunikation nicht mehr so gut. Immer beliebter sind deshalb beispielsweise interaktive Fragebögen auf Landingpages, die den Nutzer direkt konfrontieren. Auch Chatfenster oder ein simulierter Nachrichteneingang funktionieren über diese psychologische Schiene, die bestimmt in verschiedenen Variationen noch mehr Verbreitung finden wird.

Schattenwurf – Objekte werden greifbarer

Die Evolution, die einzelne Elemente einer Seite durchlaufen, fällt den wenigsten Betrachtern direkt ins Auge. Doch auch Icons, Buttons, Suchleisten oder Textboxen sind Trends unterworfen und entwickeln sich weiter. Bestimmten in den letzten Jahren eher Abstraktion und Minimalismus das Gesamtbild, kommt nun wieder etwas mehr Tiefe ins Spiel. Dank Schatteneffekten erhalten die Objekte eine Reliefstruktur, die das Gefühl von Haptik vermittelt und die gesamte Seite lebendiger wirken lässt.

Serifen im Netz?

Zumindest in Heads tauchen sie immer öfter auf. Galt im Design lange Zeit die Regel, dass Serifen in den Bereich Print gehören und serifenlose Schriften auf den Bildschirm, wird dieses ungeschriebene Gesetz mehr und mehr aufgebrochen. Freiheit in der Varianz und auch einige gewagte Experimente im Überschriften- und Teaserbereich sind die Folge. Textblöcke jedoch sollten bitte schnörkellos bleiben, sonst geht es mit der Lesbarkeit ganz schnell bergab.

Einsatz unter Kontrolle

Das Internet ist anstrengender geworden. Datenschutz und Cookiebanner verzögern den Zugriff auf eine Website. Wer danach erst einmal warten muss, bis alle Animationen geladen sind, sich die Überschrift elegant ins Bild bewegt hat und auch der Parallax zeigt, was er kann, der hat schon fast keine Lust mehr. Wenn dann noch Scrollen bis zum Umfallen angesagt ist, bis die Informationen gefunden sind, auf die der Nutzer eigentlich hinauswollte, geht die Absprungrate schneller durch die Decke, als Sie vermuten.

Deshalb kommt Googles Fokus auf ein schnelleres und nutzerfreundlicheres Web gerade recht. Wer ganz vorne mitspielen will, der ist gezwungen, seinen Auftritt zu reduzieren. Das gilt besonders für Designelemente auf Unternehmens-Websites (und für PowerPoint-Präsentationen). Nutzen Sie diese sehr sparsam. Als Akzent oder Aha-Effekt lässt sich so ein Produkt, ein Angebot oder eine Marke gekonnt in Szene setzen. Treten sie im Rudel auf, ist Weglaufen angesagt.